Hier gehts zum Oktober 2008...

 

Duke Nukem Forever - 2 runde "Schüsse" aus dem unendlichen Meisterwerk
The Daily News | written by Hazard | 29.09.2008

Der Duke wird kommen, lasst uns doch wenigstens diese Hoffnung. Und selbst wenn die Anzahl der aktuellen Screenshots wie gewohnt dürftig ausgefallen ist, ist deren Qualität deutlich abgerundeter ;)

Duke Nukem Forever - Zwei Belohnungs-Screenshots | www.krawall.de

 

 

Don Tonno & Vinnie-Tou Festival - Ice Ice Becks Baby versus Müdigkeit!
The Daily News | written by Hazard | 28.09.2008

Das Original "Don Tonno-Schlummerschläfchen", praktiziert vom Namengeber selbst, abgedrundet mit Vinnie-Tou und den genauso verdorbenen Huckbros. Nicht nur für dieses Meisterwerk von einem Foto muss man Geschmack haben, sondern auch für die leckeren "Beck's Ice Lime & Mint", für die wir hier natürlich keine Werbung machen, das wäre unter unserer Würde. Da wir uns aber leider keine "Würde" leisten können mussten wir auf die etwas verdorbenere Variante "Unzurechnungsfähigkeit" beschränken und wünschen allen Kiddies da draussen das ihr nicht mal so endet wie diese Herren auf der Sofagarnitur.

 

 

Review written by
Knaxi

Movie-Review
Das Waisenhaus

Review | written by Knaxi | 25.09.2008

Wenn ein bekannter Name einen Film produziert, heißt es noch lange nicht, dass dieser Film gleich ein Meisterwerk sein wird. "Das Waisenhaus" wurde von Guillermo del Toro ("Pan´s Labyrinth", "Hellboy") produziert. Und Regie Debutant Juan Antonio Bayona inszenierte einen hervorragenden Gruselfilm der alten Schule. In "Das Waisenhaus" wird weniger auf Special-Effects oder Visual Effects gesetzt, vielmehr setzen sich die Effekte aus der Geräusch und Soundkulisse zusammen, sowie - und das ist das Wichtigste - aus den Darstellern, die hier eine Glanzleistung abliefern. Allen voran Belén Rueda, welche hier die Hauptrolle so stark spielt, dass man einfach die ganze Zeit über mit ihr fiebert.

Der kleine Roger Príncep, welcher den Jungen Simon spielt, muss man ebenfalls loben. Hier könnte sich auch noch eine große Filmkarriere anbahnen. Ebenfalls die gesamte Inszenierung der Geschichte ist perfekt gelungen. Dem Film selber merkt man an manchen Ecken an, dass del Toro hier und da doch seine Erfahrung mit einbringt, vor allem bei den ruhigen Kamerafahrten macht sich seine Anwesenheit bemerkbar. Die Geschichte ist sehr gut von seinem Schützling J.A. Bayona umgesetzt worden und greift das Nervenkostüm frontal an. Endlich mal wieder ein Film, der zeigt, dass man weder CGI, oder sonst irgendein Effekte-Wirrwarr braucht, um einen guten Grusler auf die Leinwand zu bringen. Hier wird auf den Sound-Schnitt gesetzt, der immer im richtigen Moment eingesetzt wird.

"Das Waisenhaus" ist ein Grusler aus Spanien von J.A. Bayona, einem Regie Debutant, der sicherlich noch mehr auf sich aufmerksam machen wird. Er hatte mit Guillermo del Toro einen guten Lehrmeister am Start. Hier wird nicht durch CGI-Splattereffekte schockiert, sondern durch die klassische Soundkulisse und der brillant umgesetzten Geschichte. "Das Waisenhaus" ist ein Film, der bis zum Schluss dass Geheimnis verschlossen lässt und den Zuschauer bis zur letzten Minute fesselt.

Für Fans von The Sixth Sense und Poltergeist

10 / 10

 

 

Review written by
Knaxi

Movie-Review
Batman - The Dark Knight

Kino-Review | written by Knaxi | 23.09.2008 - Updated!

Inspiriert durch die Comic-Version von Frank Miller ("Sin City" und "The Spirit") erschuf Tim Burton im Jahr 1989 den ersten düsteren Batman. Ebenfalls mit dem Joker, damals von Jack Nicholson hervorragend verkörpert. Ein weiterer Batman unter der Regie von Burton durfte die Fans erfreuen. Alles danach war einfach nur noch eine Hommage an die Batman TV-Serie der 60er und nur zu ertragen, wenn man auf LSD oder anderen Drogen war. Die Fans der Fledermaus hatten erstmal die Schnauze voll von einem Batman-Film.

Erst Christopher Nolan ("Memento", "Insomnia") wagte sich erneut an eine Neuverfilmung des dunklen Ritters. Auch wieder durch den gleichnamigen Comic von Frank Miller inspiriert und mit einem exzellentem Cast, allen voran Christian Bale ("American Psycho") schaffte es Nolan dem dunklen Ritter wieder aus dem Kitsch-Sumpf heraus zu ziehen und den bis zu diesem Zeitpunkt "besten" Batman-Film zu drehen. Nach dem Erfolg von "Batman Begins" musste um jeden Preis eine Fortsetzung her. Und nach 3 Jahren Wartezeit und einem riesigen Hype um den Film, durften alle Fans endlich durchatmen und sich "The Dark Knight" anschauen. Die Erwartungen waren sehr hoch und wurden dennoch übertroffen. Denn was uns Christopher Nolan hier präsentiert, ist alles andere als ein klicki-bunti Batman-Filmchen. Dieser Streifen hat schon was von einem Psycho-Thriller und was macht einen Psycho-Thriller aus? Richtig, ein Psychopath muss her. Der leider, kurz nach den Dreharbeiten, verstorbene Heath Ledger ("Brokeback Mountain") verkörpert den völlig durchgeknallten Joker und das in einer Art und Weise, wie sie nicht besser sein könnte. Die Optimalbesetzung möchte man fast behaupten. Auch Aaron Eckhart ("Thank you for smoking") als Harvey Dent und später als Two-Face (zweit genannter kommt leider viel zu kurz) macht eine gute Figur und läuft Christian Bale, der hier wahrlich fast nur eine Nebenrolle hat, den Rang ab. Alle anderen Darsteller wie z.B. Morgan Freeman, Michael Cane und Gary Oldman, welche schon in Batman Begins eine gute Figur machten, integrieren sich hervorragend zu den 3 Hauptakteuren. Lediglich Maggie Gyllenhaal scheint nicht so recht zu wissen, was sie überhaupt spielen soll. Da geht der Punkt klar an ihre Vorgängerin Katie Holmes (ist aber nur meine Meinung).

Die Story ist aller erste Sahne und geht runter wie ein lecker gekühltes Bier in der Sommerhitze. Spannend bis in den kleinen Zeh und die Action hat das richtige Timing. Ein Ende das auf jeden Fall verspricht, dass "The Dark Knight" zurückkehrt und wenn sich an Cast und Crew sowie am Regisseur nix ändert, knallt Christopher Nolan noch einmal einen Blockbuster der Sonderklasse auf die Leinwand. Leider wird das jetzt wieder mindestens 3 Jahre dauern, aber so lange darf man rätseln, wer der nächste Bösewicht sein wird, dem Batman in den Allerwertesten treten darf :)

Ein Batman Film, nicht nur für die Fans und dem männlichen Publikum, sondern auch für die Mädels, die auf Thriller und Psychopathen stehen. Dieser Film richtet sich ausschliesslich an das erwachsene Publikum, was auch die Altersfreigabe zeigt, die hier durchaus angebracht ist. Diese Comicadaption setzt die Messlatte für künftige Comic-Verfilmung sowie dem eigenen Nachfolger sehr hoch und es wird verdammt schwer sein, diese Messlatte noch höher zu setzen.

Für Fans von Batman Begins, L.A. Confidential und Heat

10 / 10

Review written by
Hazard

Movie-Review
Batman - The Dark Knight

Kino-Review | written by Hazard | 16.09.2008

Damals wo mir Burtons schräge Kunstwerke noch in Erinnerung waren ist mir der ultraneue, überarbeitete Batman Begins ganz tief ins Mark geschossen (wie sich später herausgestellt hat, zum Positiven). Wie kann man der guten alten Flattermaus so viel Realismus in die Strumpfhosen nähen? Funktioniert das Ganze überhaupt noch als Comic-Figur in jenem bunten (hier beispielsweise konkurrierenden) Genre-Universum das kostümgeile Figuren wie Spider-Man auf die Leinwand gepinselt hat?

Wer Batman Begins gesehen hat weiss das Bruce Wayne nicht mehr ganz der Alte ist, aber viel an Tiefe und Menschlichkeit hinzugewonnen hat. Wir reden hier auch nicht mehr wirklich von einer Comicverfilmung sondern von einer Reinkarnation als seriösen Thriller mit gar massigen "prophetenstarken" Weisheiten. Christopher Nolan, jener Regiesseur der schon mit dem Film Memento in Sachen Anspruch punkten konnte, hat aus The Dark Knight etwas unvergleichbar Episches geschmiedet. Das schafft man übrigens wenn man nicht nur das ultimative Gut gegen Böse-Gekröse auf die Zuschauer loslässt, sondern sie dort packt wo richtige Filme Schmerzen oder zumindest Reaktionen verurchsachen. Liebe, Hass, Gerechtigkeit, Heldentum, Korruption, Chaos, Wahnsinn... sind nur einige Bruchstücke die Nolan in seinem intelligenten, eigenwilligen Film aufeinander hetzt. Vergleichsweise sind die beiden Nolan-Flattermänner Batman Begins und eben The Dark Knight nämlich durchwachsener und aussagekräftiger als alle "messagefähigen" Filme der letzten zwei Jahre.

Wer den neuen Batman direkt nach Sichtung immer noch mit Kitsch und Kiddies verbindet oder im vorneherein boykottiert, verpasst tatsächlich eine der ausgereiftesten, düstersten und "kantigsten" Comic-Verfilmungen aller Zeiten. Oder man hat einfach nur im Kino gepennt, was zumindest ein kleinwenig besseres Alibi (bei einem ca. 3-stündigen Kinoaufenthalt) abgibt... nicht! Sowas gibt ganz klar auf de Döner mit der Faust! (Ich würde warscheinlich einen Infarkt bekommen wenn einer meiner Mitbringsel im Kino einpennen würde - allgemein, bei jedem für mich heiligen Kinoaufenthalt ;)

Selbst das Finale hat Nolan dabei nicht unangetastet gelassen. Wo der Vorgänger noch explosiv die Produzenten-das-was-die-Hühner-legen geschaukelt hat zieht Nolan "nur" seinen Joker aus dem Ärmel. Recht unspektakulär aber immer spannend demontiert er das klassiche Happy- oder Unhappy-End und bleibt wie die Hauptfigur neutral in der Dunkelheit stehen. Doch keine Angst, es gibt ein gesundes Maß an Wucht und Knallerei zu bestaunen. Gerade die stückweise Sprengung eines Krankenhauses durch den Joker (der in Frauenkleidern einen anscheinenden Defekt aus dem Zünder schütteln möchte) macht nicht einfach nur "Laut", sondern wirkt genauso klasse platziert wie die Darstellerriege. Ja wo wir gerade davon schwafeln...

Aaron "Thank You For Smoking" Eckart als äusserst "heldenfähiger" Staatsanwalt mit seinem noch internen, ungeliebten Spitznamen "Two-Face" und Heath Ledger als sadistischer Joker bringen die gewünschte Gegensätzigkeit vom stahlenden Helden bis zum fiesen Schurken auf die Leinwand und schubsen damit zeitweise sogar Batman alias Bale aus dem Rampenlicht. Aber das ist auch so gewünscht, denn Batman ist die Grauzone die auch Fehler machen kann und oft (durch schwerwiegende Entscheidungen) muss. Er hat das beste aus beiden Pole. Er ist sozusagen die gerechte, eiserne Mitte, und einzigste Konstante auf die man sich noch verlassen kann wenns hart auf hart kommt. Gerade diese Eigenschaft als "dunkler Wächter" macht ihn als undurchschaubare Mysteriösität zur Zielscheibe der Öffentlichkeit und Polizei. Er wird gehasst, wenn sie ihn hassen wollen und kreischen nach ihm wenn sie ihn brauchen. Er ist eben ein echter Held "weil er es ertragen kann". Genauso wie alle alten Burton-Fans oder Batman-Hasser. Steiget hinein in die Kinosessel, ihr werdet sehen und Hören wie überraschend gut er ist... und ihr werdet wissen wie es ist ein echter Held zu sein ;) Last but not least, darf man Gary Oldman alias Gordon nicht vergessen, dessen gutes Herz und Loyalität zu Batman sogar das Leben kosten könnte... doch seht selbst.

Der ganze Hype und die guten Kritiken sind hier tatsächlich mal angebracht. Denn wenn man selbst den Bösewichten einige Argumente oder nennen wir es grundlegende, interessante Denkansätze eingestehen muss somit der Held zum Ende umgepolt wird (der Joker ist nunmal raffinierter als er sich gibt) hat man nicht nur ein Actiongerüst aufgebaut das jedem Bond-Film (samt technischer Spielereien) alle ehre erweist, sondern hat einen eigenständigen Film erschaffen der Comic- und (Mafia-)Thrillergenre mit einer Klappe schlägt. The Dark Knight ist das was man sich von einem hochkarätigen Film verspricht: Spannend, einfallsreich und zugleich ein gewaltiges Stück glaubwürdiger, durchdachter als die Konkurrenz. Und die geht weit über das teils viel zu einfach gestrickte Comic-Genre hinaus. ;) Eine Messlatte bitte... ich muss mal nachchecken!

Für Fans von Batman Begins, L.A. Confidential und Heat

10 / 10

 

 

Review written by
Uncle Pecker

Book-Review
Neuromancer

Review | written by Uncle Pecker | 19.09.2008

Autor: William Gibson

"Der Himmel über dem Hafen hatte die Farbe eines Fernsehers, der auf einen toten Kanal eingestellt ist..." Schon der erste Satz aus Neuromancer umschreibt das Science Fiction Subgennre des Cyberpunk besser als so manche Definition. Dieses Buch gilt als der Urvater aller Geschichten über eine Dystopie einer gänzlich vernetzten Welt in der es um Gewinner und (weitaus öfter) Verlierer von vollkommener Durchtechnologisierung geht, meist Großkonzerne mehr zu sagen haben als Regierungen und Datenschutz für alle Beteiligten weniger Bedeutung hat als im Bundesinnenministerium.

In einer solchen Welt galt der abgehalfterte Drogendealer Case einst als Top-Hacker, der für viel Geld Daten aus Firmennetzwerken stahl, bis er beschloss einen seiner Auftraggeber zu betrügen. Als Strafe wurde ihm ein Gift injiziert, das sein Nervensystem auf eine Weise beschädigte, die es ihm permanent unmöglich machte sich mit dem Cyberspace zu verlinken – für ihn schlimmer als der Tod. Doch nach langer Zeit des Dahinvegetierens in der Gosse scheint sich ein Hoffnungsschimmer aufzutun. Ein verschlossener Ex-Soldat mit scheinbar unbegrenzten Geldmitteln verspricht ihm Heilung, wenn er sich als Gegenleistung verpflichtet, danach für ihn als Hacker zu arbeiten. Ein Angebot, das er nicht ablehnen kann auch wenn abzusehen ist, dass Case bald tief in einer Sache drinsteckt, aus der er nur herauskommt, wenn er seinen Auftrag, dessen genaues Ziel er nicht kennt, zu Ende bringt. Und wer ist sein Auftraggeber und vermeintlicher Heilsbringer eigentlich wirklich?

Es ist kaum zu glauben wie Autor Gibson die zukünftige Entwicklung von Informationstechnologie und digitaler Vernetzung vorhergesehen und in eine Geschichte um virtuellen Datenklau, kybernetische Verbesserung menschlicher Körper, KIs und an sich Gesellschaftsformen der Zukunft eingebettet hat. Das einzige Mal da man bemerkt wie alt das Buch ist ist als Case 3 Megabyte „brandheißen“ Rams verhökern will, was 1984 ein utopischer Wert an Speicherplatz gewesen sein muss. Die stilbildende Schilderung von Umwelt und Charakteren, sowie die immer tieferen Verstrickungen des Helden in die unvorhersehbaren Absichten von Mammutkonzernen, Geheimdiensten und anderer finsterer Gestalten (und Programmen), zwingen den Leser fast schon auch ohne Cyberspacedeck in diese graue und lasterhafte Welt einzutauchen und nach jedem Fetzen Information zu greifen, der etwas Licht ins Dunkel der Komplexität der Systeme bringen kann. Gibson ließ sich übrigens laut eigener Bezeugung für einige Subplots und atmosphärische Details von John Carpenters „Flucht aus New York“ beeinflussen, was für ein Buch ungewöhnlich sein mag aber offensichtlich alles andere als ein Fehler war. Ganz anders dürfte es da um den für 2009 veranschlagten Film beschert sein, der nicht nur mit Regie-Legende Joseph Kahn („Hart am Limit“ !!!), nein auch noch als kleines Sahnehäubchen mit Schauspielass Hayden Christensen aufwarten soll ...

Aber ich will nicht groß abschweifen (vor allem nicht ins Negative), denn bei Neuromancer handelt es sich ganz klar um einen Klassiker des Science-Fiction, der den Grundstein für Meisterwerke wie „Matrix“ oder „Ghost in the Shell“ gelegt hat.

 

 

Review written by
Hazard

Book-Review
Phantasmagoria

Review | written by Hazard | 11.09.2008

Autor: Steve Whitton

Groooar, nun kenne ich Roberta Williams Horror-Meilenstein schon aus zwei Medien. Man nennt das aktuellere, und hier geprüfte Medium "Buch" und jenes andere (mit ähnlich trockenerem, meine anspruchsvollerem Geschmack) "interaktives Adventure". Tja... und ich kann mich immer mehr mit dem Gedanken anfreunden das dieser Horrorknüller endlich ins Kino importiert werden sollte (...oder pflegeleichter: Wie wäre es endlich mit einer HD-Variante des Spiels ohne heruntergerechneten Clips in ultimativen 1280x1024? - Jaja okay, als Film direkt on DVD reicht auch schon!). Phantasmagoria war schliesslich nicht irgend eine interaktive Märchenstunde, genauso wie Half-Life nicht einfach nur ein dummer Shooter war. Das Thema is durch und durch anfällig für nen richtigen Hit auf der Leinwand... wenn man es richtig macht! Auch wenn damals schon keiner Glauben konnte das die Schöpferin der knuddeligen King's Quest-Reihe so etwas Schauriges auf die CD-Rom gebracht hat.

Der Roman von Steve Whitton und die feine multimediale Vorlage von Roberta Williams zeigen doch breit und lang das aktuelle Grusel-Kotbrocken ausser einem gutem Cover nichts mehr packendes auf dem Kasten haben. Flair, Stil und klassicher Grusel sind Fremdworte und werden fortwährend nur noch mit scharfen Tanten, schnellen Schnitten und flachzangernen Plot aufgebrüht. Mal ehrlich, wann hat uns ein Film nach Poltergeist, The Shining oder The Grudge mal richtig bis tief ins Mark gegruselt. So ziemlich alles was aus der großen Sternchen-Schmiede kommt ist nicht mal erwähnenswert (da macht es so mancher asiatischer Filmemacher sowieso besser). Nun egal, und zum endlich zum Buch:

Die Geschichte handelt passiv (da leider verstorben - aber recht lebenig in z.B. Seancen oder lebensechten Rückblicken von Adrienne) vom etwas exzentrisch-mysteriösen Illusionist Carno, der sich damals zu den dunklen Künsten hingezogen fühlte und nach seinem Tod mehr als nur einen dunklen Nachgeschmack für die Besitzer seines Anwesens hinterlässt. Denn aktiv hat das junge Päärchen bestehend aus der Hauptfigur Adrienne Deleay und ihr Mann es doch gerade erst geschafft in ihr schaurig-schönes Gothic-Traumhaus einzuziehen, als Adrienne durch Ihre natürliche Neugier als Reporterin einen Dämon fahren und damit ein uraltes Wesen frei lässt das einfach nicht mehr so schnell zurück in die Kiste will. Adrienne hat Glück im Unglück, denn der unaufällig-faulige Hauch entfleucht und manifestiert sich leider in ihrem geliebten Mann der sich fortan immer mehr zu einem menschenverachtenden Tyrann und später reinrassigen Psychpathen verwandelt.

Den "Effekt" kennt man aus The Amytiville Horror, The Shining und des alten Buches wegen gerne aus Evil Dead, aber der Leidensweg bis zur vollständigen Verwandlung eines geliebten Menschen zu einem Psychophaten war nie nervenaufreibender. Es zeigt den anfangs relativ langsamen Verfall eines liebenswerten Menschen zu einer immer agressiveren Bestie... und das fast schon geschickt. Das Leben mit dem "Bösen", ist hier nicht einfach nur eine schnelle Verwandlung sondern es wirkt weit aus schrecklicher, realistischer wenn Adrienne merkt das sie nehr und mehr einfach nicht mehr normal mit ihrem Mann reden kann. Mehr wie eine Krankheit (Tollwut, Alzheimer) ihres Mannes, die nicht nur ihre Nerven sondern auch den Leser gehörig auf die Palme bringt. Und gerade dieser Mix aus Hilfslosigkeit, Angst und Wut bringt die junge Reporterin Adrienne immer näher an die Wahrheit, um damit ihr Leben zu retten.

Trotz der großartigen Vergleiche und erzählerisch sehr detailierten Beschreibung jeder Situation aus dem Spiel tauen zum bitteren Ende ein paar geringfügige Wiederholungen (der nicht wirklich nervenden Sorte) auf. Gerade der Wortschatz von Adrienne in schreckhaften Situationen ist nunja ein wenig begrenzt und so manche Todesszenerie wird zum Finale ein wenig zu schnell abgewickelt, was nicht weiter ins Gewicht fällt da es sich immer schneller dem Finale zuspitzt und der Leser wie Adrienne immer abgebrühter vom dauernd auf sie einwirkenden Terror wird. Steve Whitton beweist einen spannenden, einfallsreichen Erzählstil mit Feinheiten die mehr aus der multimedialen Vorlage rausholt - auch wenn alternative, unlineare Spielstränge verständlicherweise fehlen ;). Das Haus, die Umgebung und die Figuren wirken fast plastischer und fast zum Greifen nahe, was das Gefühl wieder direkt im Horror-Haus zu sein ungemein ergänzt. Dem Fan sei noch erwähnt das sich im Buchrücken noch interessante Infos und ein Interview mit Roberta Williams verstecken.

Als alter, unverbesserlicher Sierra-Fan wage ich mich wohl auch bald an "Die Maske der Ewigkeit" und "Die verrückten Abenteuer des Larry Laffer" des gleichnahmigen Autors ran. Wenn diese genauso herzhaft überzeugend "importiert" auf trashigen "Bastei-Lübbe"-Papier sind, dann kann man damit auch jeden Computerspiele-Meider überzeugen. ;)

In Anbetracht das Whitton zwei Parteien überzeugen musste, nämlich den anspruchsvollen (aber gemeinen ;) Bücherwurm und in dem Fall fast noch wichtiger, den Liebhaber der interaktiven Horroshow hat er hervorragende Arbeit geleistet. Genau so fühlt sich ein Buch zu dem Klassiker auf der Silberscheibe an... pardon den Silberscheiben.

 

 

Review written by
Hazard

Movie-Review
Todeszug nach Yuma

Review | written by Hazard | 05.09.2008

Die Gleise verlaufen kaum entgegengesetzter für Ben Wade alias Russel Crowe der eine Horde blutrünstiger Halsabschneider anführt, die auch gerne mal größere Geldkutschen überfällt, während Dan Evans alias Christian Bale einfach nur seine Familie inklusive Vieh und Farm durch die Dürre bringen möchte. Da krieselt es scheinbar schon länger, und sein Sohn ist nunja nicht gerade sein größter Fan seit dem sein alter Herr im Krieg verwundet wurde und ihn eher als Verlierer ansieht. Als es sich da anbietet den just eingefangenen Oberbösewicht (Crowe) für mehr als eine Hand voll Dollar in die Arme des Gesetzes zu eskortieren (und seiner gerechten Strafe am Galgen zu überbringen), schlägt der vom Krieg gehandikapte Farmer seiner Familie wegen zu.

Doch umso mehr der Gefangenentransport mit unterschiedlichsten Marken Mensch oder Unmensch, darunter auch ein Arzt, ein Kopfgeldjäger und Geldeintreiber jener Eisenbahngesellschaft die Evans (Bale) bisher das Leben schwer gemacht haben näher an den "Todeszug nach Yuma" rankommt, ändern sich so manche Einsichten.

"Todeszug nach Yuma" fühlt sich nicht nur wie ein anspruchsvoller Western an, sondern knabbert fast wie (dank den Schwergewichten Crowe und Bale) ein Mafiafilm an Ehre, Mut und Blut der beiden komplexeren Hauptfiguren. Wenn die vielseitige Saufnase Crowe und der charakterstarke Bale hier mit den Colt schwingen ist das zwar kernig, übertrifft aber die geniale Handlung keineswegs und sollte nur als pfeffriger Zusatz für den kleinen, aber feinen Film dienen. Versteht sich von selbst das so ein Eintopf nicht ohne Bohnen auskommt, aber die Figuren sind eben mehr als nur die Würze.

Diesem modernen Western sind die Schienen zum Klassiker gelegt worden. Das der deutsche Titel ein wenig fremd fährt könnte höchstens Actionfanatikern die Gurgel abdrehen, denn es geht hier um keinen beschissenen Zug und bohnenhagelnde Duelle darauf, sondern um den Weg dahin... und das ist glücklicherweise mehr Drama, Spannung und Anspruch als alles Drumherum ;)

Für Fans von The Proposition und einer kleinen Priese Assault on Precinct 13

9 / 10

 

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