Review written by
Hazard

Series-Review
My Name is Earl - Season 1

Review | written by Hazard | 27.07.2009

Earl Hickey hats nicht so leicht... seine Frau Joy ist ne schnallige Dorfmatratze (schlampig und sexy zugleich: Jamie Presley), sein Bruder Randy (Ethan Supply, bekannt aus einigen Kevin Smith Filmen) nicht gerade der Hellste (stark untertrieben, fast unerreichbar doof isser!) und nach dem er fast 100,000 Dollar mit einem Rubbellos "hätte" gewinnen können, wird er von einer alten Dame (garnicht mal so) versehentlich krankenhausreif gefahren. Das gute Los ist natürlich weg, sein Frau lässt sich scheiden und zieht mit dem liebenswerten "Crab Man" zusammen in seinem Trailer... hey, nicht das "Crab Man" nicht cool wäre, Earl und Randy lieben den Typ - doch irgendwie läuft sein Leben nicht mehr ganz so wie sich das für einen professionellen Kleinkriminellen gehört. Da es so nicht weitergehen kann, beschliesst er sich vom Karma persönlich in den Allerwertesten tretzen zu lassen und erstellt eine Liste all seiner Schandtaten, die er eine nach dem anderen wieder gut machen möchte...

Hört sich alles einfach an, aber wenn man mal mit dem Karma verheiratet ist oder besser gesagt sich mit ihm rumschlagen muss wird das nicht nur laut Slogan "'...eine lustige Sache" sondern gibt für eine "Sitcom" erstaunlich viel Suchtpotential her. Jeder Rückblick auf vorherige Vergehen ist ein heiliges Kapitel, jeder Rückschag mit neuen Einträgen in seiner Liste wie die 10+ Gebote und Randys Eläuterungen zu wissenschaftlich, nein steinzeitlich längst erschlossenen Themen wie Prophezeiungen für hartgesottene Sitcom-Sektierer. Ja, Sitcoms sind sowieso so ne Sache - dafür seinen Geldbeutel zu schlachten ist und war selbst für frühere Sitcoms, bei den durchschnittlichen eben oft mit lachendem Publikum im Hintergrund und bei den extrageilen wie "Eine schreckliche nette Familie" trotzdem schwierig. Schliesslich liefen, laufen und haben sie doch ihre Rotation im Fernsehen gehabt. Aber bei "Earl" ist das hier eine wieder mal garnicht so eine lustige Sache, denn wie schon bei mordsanständigen Serien wie "The Shield" gabs hier(zulande) keine wirklichen TV-Auftritte. Und wisst ihr was... das Geld war es absolut wert!

Der Humor mit seinen Situationen hat genau diese Art Rezeptur aus denen Filme wie "The Big Lebowski", "Die 40 Jahre alte Jungfrau" und einige Trottel-Werke von Jim Carrey gebrüht wurden. Der Mann selbst, Jason Lee - der wie Ethan Supply auch mit kleinen aber feinen Auftritten in Kevin Smith-Filmchen seine Bretzel verdient hat - bürgt hier für ultra-dudige Unterhaltung.

Es ist eine Art Redneck-Rampage der besonderen Art, verpackt in herzhaft debile Situationen mit der Art Humor die Kevin Smith und Judd Apatow vereinen könnten, wenn sie nicht so grässlich genial als Alleingänger wären ;)

Earl Hickey ist jedenfalls der coolste "Schnurrbart" seit Tom Selleck oder passender Burt Reynholds... wer seine Break-Dance mit Bier gesehen hat, weiss spätestens dann warum. Natürlich geht die ganze Show nicht ohne seinen Bruder, der in sowieso schon gnadenlos tränentreibenden Szenen fast einen Urknall der Schwachsinnigkeit durch unsere Hirnzellen pustet. Wem alternativer, leiser bis debiler Humor mundet, wird bei "My Name is Earl" sabbern!

10 / 10

Series-Review
The Shield - Season 5

Review | written by Hazard | 28.01.2009

Nerven aus Stahl... die hätten wir sicher gerne gehabt, aber das was in Season 5 auf den Fan wartet nagt gewaltig an an der Seele. Hierzu natürlich keine Spoilerchen, wie bei mir "plotlosen" Sau bekannt. Ich sage nur: Fans werden sie unheimlich gerne hassen (im positiven Sinne, wenn man das so sagen darf!?). Denn bislang war groben und ganzen alles verkraftbar (wenn auch arg nervenzehrend) was unseren guten, neutralen und bösen Cops aus Farmington so im Alltag geschehen ist. Der moralische Kompass wechselt hier natürlich immer wieder die Pole, aber plumpe Schwarz-Weiss-Malerei gibt es hier natürlich nicht. Das kennt man ja von Vic Mackey selbst: Wenn es um seine zwei Familien geht - die eine im "Stall" (sein Team) oder seine leibliche misamt geschiedener Ehefrau - da wird er zum Tier! Doch wenn Grenzen überschritten werden, dann fast immer um die zu beschützen die er liebt oder seine Ziele zu erreichen, wie fragwürdig sie auch sein möchten - natürlich hält ihn das nicht davon ab Polizisten umzubringen oder allgemein diejenigen fertigzumachen, erpressen oder gegeneinander auszupielen die ihm hierbei im Weg stehen.

Man kann gar behaupten das diesmal, auch Dank Forest Whitaker (allerdings nicht wegen, sondern Dank! Denn "The Shield" hat schliesslich eine eigene Klasse Darsteller auf den Markt gebracht) richtige Hassgefühle in einem aufbrodeln! Denn dieser Whitaker ist ein Brocken für sich, und ich verrat euch, der geht einem hier garnicht so leicht runter. Einerseits charmant zu ertragen, andererseits so abgrundtief hinterlistig und ultragerecht (als interner Ermittler) das man ihm schon nach den ersten Auftritt an die Gurgel will. Man fühlt sich hier als Fan mal wieder gefährlich nah hingezogen, zu jeder Einzelheit und Situation. Whitakers Serienreferenz nun jedenfalls unbestritten "The Shield", im Filmgeschäft natürlich "Ghost Dog".

Der Versuch die 5. Season mit den vorherigen Seasons zu vergleichen ist wiedermal sinnlos, da alle Seasons miteinander vernüpft ein großes und verzwicktes Ganzes ergeben, das mit der letzten Folge dieser Season einen großen Tiefpunkt erreicht. Natürlich nicht qualitativ, sondern emotional. Dieser Schock ist dabei so traurig und unerwünscht das man sich dringend ein anderen Ausgang wünschen würde, wenn man einen kleien Wunsch innerhalb dieser Staffel frei hätte. Aber genau das wäre falsch, denn diese Freiheit innerhalb einer großartigen Storyline muss erhalten bleiben. Das ist ja genau was "The Shield" ausmacht. Hier gibt keine Kompromisse, keine Verschönerung und schon garnicht eine vorhersehbare Struktur, was auch diese Staffel bis zum bitteren Ende schrecklich spannend macht. Wie das Leben selbst steckt so viel in dieser Serie das böse Überraschungen und glücklichen Neigungen (die einerseits unserem lieben Dutch eine neue Latino-Traummaus in Uniform beschehren kann, Claudette endlich auf den Captain-Posten befördern kann oder einem großartigen Menschen das Leben kosten kann) nah nebeneinander und greifbar, das das Schicksal umso hemmungsloser zuschlägt. Hier wird jeder gebrochen, bestraft, ungerecht behandelt, von Freunden getötet, verraten, bevorzugt und oft einfach nur an sich selbst gedacht das das Maß schon nach den ersten Folgen überläuft.

Es gibt Serien und es gibt eigene, kleine Welten die so nie zuvor geschrieben wurden - bei denen es nur um die Darsteller und deren Handlungen geht, und alles andere herum verblasst. "The Shield" zeigt mit dieser Season zum fünften Mal, das sie keine Serie ist, sondern eine Ausnahmeerscheinung die oftmals den unpassenden Namen "Härteste Copserie aller Zeiten" trägt. Das ist sie aber nicht, und genau deshalb nicht weil sie nicht schockieren will, sondern dort reinsticht wo es weh tut. Schliesslich ist es ein gigantischer Unterschied nur saftig-blutiges sehen zu wollen (nur zuzuschauen) oder sich kompletten Gefühls- und Handlungsreigen von Polizisten in Leid und Freud reinzuziehen und ihnen in den unmöglichsten Situationen beizustehen und mitzufühlen. "The Shield" ist das Herz einer echten Copserie mit konkurrenzlosem Tiefgang und Handlungsfreiheit.

Es gibt aktuell 3 Dinge die selbst die Härtesten unter uns runterziehen:
Das Ende von "Die Rückkehr des Königs", Adrien Brody als "Der Pianist" und "The Shield - Season 5 - Letzte Folge: Grenzgänger". Albträume wurden dafür geschaffen.

10 / 10

Series-Review
The Shield - Season 4

Review | written by Hazard | 25.08.2008

Selbstverständlich wurden alle drei vorherigen Seasons von "The Shield" nochmal inhaliert und wir sind mit minimum 4 Folgen pro Tag dann wohl als "Gefahrengut" abgestempelt worden. Publikum das es nicht schon beim ersten Mal erwischt hat, wird es auch diesmal nicht infizieren. Denn diese "Nicht-einfach-nur-Serie" macht auch bei den Zuschauern keine Kompromisse. Hier gibt es weder krasse Action, noch millionenschwere Stars (hat schliesslich eigene und viel bessere), Kameratricks aus dem "bruckheimerschen CSI-Labor", schnelle Schnitte wie bei "24" und sie lässt sich einfach nicht bestimmtes Genre-Schema quetschen.

Dem Fan sei nur gesagt das sich Shayne als eigener Boss versucht und ich verwette meine Tränendrüsen das ihr bei einem "bestimmten" Abschied fast so weich werdet wie damals bei der "Rückkehr des Königs" als sich Herr Frodo von seinen Kumpels verabschiedet. Und das musste man erstmal mal wieder schaffen! Mensch, und dabei hatte Vic endlich mal seinen Lieblings-Captain! Aceveda? Also wem da nicht ein wenig die Sosse in die Augen steigt, ist wohl klinisch tot oder dachte die Hobbits, Elfchen und Gandalf machen nur kurz ne kleine Bootreise.

Nun... was ist "The Shield" eigentlich? Ein gigantischer, eigenwilliger Cop-Film (in vielen kleinen Teilen) mit einem "Al Capone mit Dienstmarke"? Endlich komplexe Polizeiserie mit Herz, Verstand und gnadenlosem Realismus? Ähm... so irgendwie und etwas mehr, kann ich da zumindest bestätigen. Ich weiss nur das wenn es einen packt man nicht mehr mit den üblichen "Verdächtigen" in Sachen Film oder Serie klarkommt. Alles andere wirkt dagegen zu langweilig, monoton, aufgewärmt, unreal, ausbalanciert, geordnet, herzlos usw. Wer denkt das "The Shield" Tabus bricht hat recht. Wer allerdings denkt das das ohne Rückendeckung mit Story, Charakteren und oft "season-übergreifenden" Handlungssträngen geschieht und keine weiteren Auswirkungen hat, glaubt wohl auch das man ein Remake von Kubrik's "Uhrwerk Orange" machen kann und (...nun ein Insider:) Captain David Aceveda grundlos nicht mehr auf Hot Dogs oder andere Würstchen steht. Und Fans wissen ja auch wer einen Kampf zwischen Bruce Willis und Michael Chiklis gewinnen würde! ;)

"The Shield" will nichts beweisen, will wie hier in der Season 4 nichts toppen und bleibt sich einfach gnadenlos treu - alles andere oder überheblichere würde den Fan kränken oder gar vergiften. Hier geht es darum "echte" Geschichten zu erzählen, die wenn man heutzutage den Fernsehen anmacht mehr als "berechtig" erscheinen und an Überraschungsmomenten kaum zu überwältigen sind. Mir graut es jetzt schon vor dem Ende dieses Abenteuers rund um Vic Mackey und diesem unerreichten Realismus, der Spannung und nunja einer Suchtwirkung die wohl nie mehr von irgendeiner Polizeiserie sonstwo erreicht werden kann.

Einen Dank an die schreibende Glatze Shawn Ryan für etwas Einzigartiges das in Sachen Polizeiserie nun für uns das "Startrek" geworden ist. Dann sind wir kranken Typen nun also "Mackies" statt "Trekkies"!

10 / 10